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Wenn ein QR-Code nicht gelesen wird, liegt es selten am Scanner und fast immer am Aufdruck. Die Reihenfolge der Prüfung ist entscheidend, weil sich die häufigsten Ursachen an einer Stelle beheben lassen und die seltenen an einer anderen.
Diese Seite arbeitet die vier häufigen Ursachen in der Reihenfolge ab, in der sie sich prüfen lassen: Kantenlänge, Kontrast, Ruhezone und Oberfläche. Dazu die Fälle, in denen das Telefon selbst die Ursache ist.
Ein QR-Code besteht aus Modulen. Die Kamera muss jedes einzelne Modul auflösen können, deshalb wächst die nötige Kantenlänge mit dem Leseabstand. Die Faustregel lautet: Abstand in Metern geteilt durch 10, mindestens aber 2,5 Zentimeter.
Auf einer Visitenkarte liest man aus etwa 30 Zentimetern, damit reichen 2,5 bis 3 Zentimeter. Ein Aushang an der Haustür wird aus ein bis zwei Metern gelesen, dort braucht es 10 bis 20 Zentimeter. Ein Plakat, das aus fünf Metern gelesen wird, braucht rund 50 Zentimeter.
Ein zweiter Faktor kommt bei dichten Inhalten dazu: Je mehr Zeichen im Code stehen, desto mehr Module hat er, und desto größer muss er bei gleichem Abstand sein. Eine lange URL mit Kampagnenparametern braucht deshalb mehr Fläche als eine kurze Adresse.
Der Scanner erwartet dunkle Module auf hellem Grund. Der Kontrast zwischen beiden muss ausreichen, damit die Bildverarbeitung eine Schwelle ziehen kann. Grau auf Weiß ist der häufigste Fehler, danach kommt Gelb auf Weiß.
Für den Kontrast gibt es keine gesetzliche Vorgabe, aber eine brauchbare Praxis: Der Helligkeitsunterschied sollte mindestens 40 Prozent betragen, gerechnet nach WCAG. Ein mittleres Grau auf Weiß erreicht das nicht. Zusätzlich darf der Code im Druck nicht zu dunkel hinterlegt werden, sonst verliert er beim Kopieren die Schwelle.
Die Ruhezone ist der leere Rand um das Muster. Ohne sie findet die Software den Rand des Codes nicht und rechnet nicht los. Der Standard verlangt vier Module Rand auf allen Seiten.
In der Praxis entsteht das Problem, wenn ein Code freigestellt wird, ein Rahmen direkt am Muster klebt oder das Layout den Code bis an die Kante beschneidet. Ein Rahmen mit ein bis zwei Zentimetern Abstand ist unproblematisch, ein Rahmen direkt auf dem Muster nicht.
Glänzendes Papier, Laminat, Glas und Displayspiegelungen zerstören den Kontrast dort, wo das Licht reflektiert. Unter einer Glasscheibe funktioniert ein Code bei direktem Licht oft nicht, obwohl er im Schatten einwandfrei gelesen wird.
Bei Außenaufstellungen kommt Verwitterung dazu. Tintenstrahldruck auf Normalpapier ist nach einem Winter nicht mehr lesbar. Für dauerhafte Aufstellung gehört der Code auf mattes Material, idealerweise als Druck auf Aluminium oder Kunststoff, oder unter einer matten Scheibe.
Auf dem iPhone liest die Kamera QR-Codes ab iOS 11 direkt im Sucher, ohne Zusatz-App. Wird nichts erkannt, liegt es häufig an einer verschmutzten Linse, an der Zoomstufe oder daran, dass der Code nicht im Sucherrahmen zentriert ist. Ein Neustart der Kamera-App behebt hängende Sitzungen.
Unter Android gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Wege. Bei Google Pixel und den meisten Samsung-Geräten ist die Erkennung in der Kamera-App integriert und muss in den Einstellungen aktiviert sein. Fehlt die Funktion, hilft die Google-App über die Lupe oder eine Scanner-App.
In beiden Fällen gilt: Erst näher herangehen, dann die Ebene wechseln. Ein Code auf einem Bildschirm sollte fotografiert und dann aus der Galerie gescannt werden, weil die Kamera sonst zwischen Flimmern und Muster unterscheiden muss.
Wenn der Scanner den Code erkennt, das Ziel aber nicht aufgeht, liegt es an der Adresse und nicht am Muster. Häufige Ursachen sind ein fehlendes https, ein Tippfehler in der Domain und eine Weiterleitung, deren Ziel nicht mehr existiert.
Bei einem statischen Code lässt sich der Inhalt nicht nachträglich ändern. Wer die Adresse korrigieren will, muss einen neuen Code erzeugen und den alten austauschen. Das ist der Preis dafür, dass kein Dienst dazwischen liegen muss.
In den meisten Fällen ist der Aufdruck zu klein, hat zu wenig Kontrast, hat keinen freien Rand, ist glänzend oder liegt hinter Glas. Prüfe in dieser Reihenfolge: Kantenlänge mindestens 3 cm, dunkel auf hell, vier Module Rand, matte Oberfläche ohne Spiegelung.
Nicht kleiner als 2,5 cm Kantenlänge für Inhalte, die aus 30 cm gelesen werden. Bei mehr Inhalt oder größerem Abstand muss er deutlich größer sein. Die Faustregel ist Abstand in Metern geteilt durch 10.
Ein statischer Code nicht, weil der Inhalt im Muster steckt. Änderbar sind nur Weiterleitungscodes, deren Ziel auf einem fremden Server liegt. Dann liegt die Erreichbarkeit aber in der Hand dieses Anbieters.
Ja, aber nur mit erhöhter Helligkeit und ohne Reflexion. Bei Problemen hilft es, den Code zu fotografieren und dann aus der Galerie zu scannen, weil dann kein Flimmern mehr im Bild ist.
Auf dem iPhone nicht, die Kamera liest Codes seit iOS 11. Bei Android ist die Funktion je nach Hersteller in der Kamera-App vorhanden oder muss aktiviert werden. Eine zusätzliche App ist meist nicht nötig.
Auf einem Bildschirm kommen Flimmern und Spiegelung dazu. Verkleinere den Code nicht, sondern erhöhe die Helligkeit, entferne Reflexe und vermeide eine Skalierung, bei der einzelne Module ungleich breit abgebildet werden.
Jede Seite beschreibt einen konkreten Fall: was gedruckt wird, wo der Code hängt und was dabei schiefgeht.